"Keine Vitamine ohne Biene!" - Projekttag mit Schüler*innen der 5.Klasse der Grundschule Boitzenburg

Am 17. Juni 2019 tauchten die Schüler*innen der fünften Klasse vormittags zwischen dem hoch gewachsenen Gras und den alten Obstbäumen in die Welt der Wildbienen ein. Auf Erkundungsgängen mit gespitzten Ohren und wachen Augen, wurden sie von Vogelgesängen begleitet und von Insekten umschwirrt. Im Vergleich zum angrenzenden Acker lernten die Schüler*innen anschaulich den Zusammenhang zwischen der Gestaltung unserer Lebensräume und dem derzeitigen Rückgang der Artenvielfalt kennen. Beim Leeren eines prall gefüllten Einkaufsbeutels lernten sie, dass die Regale im Supermarkt sehr leer blieben, sie selbst auf Lebensmittel wie Ketchup, Gummibärchen und einige Kosmetikprodukte verzichten müssten, gäbe es keine Bienen mehr.

„Doch das Summen und Brummen wird leiser“, erklärte Rangerin Annelie Fiedler. „Von den mehr als 550 in Deutschland lebenden Wildbienenarten ist bereits die Hälfte gefährdet“. Die Gründe dafür sind vielfältig. Sie reichen vom steigenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der strukturärmer werdenden Landschaft bis zur Flächenversiegelung im Siedlungsraum. Die Insekten haben es immer schwerer.

Umso wichtiger, erklärt Annelie Fiedler, ist es, den Wildbienen zu helfen. Durch den Bau von Insektenhotels, durch das Pflanzen einheimischer Stauden, Sträucher und Wildblumen im eigenen Garten oder auf dem Schulhof kann jeder einen Beitrag leisten, die lokalen Wildbienen zu unterstützen. Nach einer Pause mit frischem Obst und reifen Kirschen ging es auch schon los. Die Grundschüler*innen griffen zu Säge, Bohrmaschine und Schleifpapier. Mit Lehm, Holz und Schilf füllten die Mädchen und Jungen jede Lücke im Hotel. Auf der Streuobstwiese finden die Bienen ausreichend Nektar und Pollen und können fleißig durch die Streuobstwiese summen.

Nach den Sommerferien sehen sich die Schüler*innen und die Naturwacht wieder, wenn die tatkräftigen Schüler bei der zur jährlichen Pflege der Fläche mit anpacken. Ziel der Aktionen ist, dass die Kinder im direkten Einsatz Zusammenhänge zur biologischen Vielfalt begreifen und auch praktischen Naturschutz frühzeitig kennenlernen. Die Schüler sind mit Spaß bei der Sache und bekommen das gute Gefühl, einen sinnvollen Beitrag zum Naturschutz zu leisten.

 

Hintergrund

Die Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Großschutzgebieten erfolgreich als Mittler zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – erfassen sie Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Zudem setzen sie zahlreiche Naturschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.

  Die aktuell 93 Ranger in Brandenburg sind wichtige Ansprechpartner für Anwohner und Touristen in den Nationalen Naturlandschaften – einem Nationalpark, drei Biosphärenreservaten und elf Naturparken. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Gäste auf 550 geführten Touren und stärken damit den Naturtourismus.

Im Rahmen ihrer Arbeit mit Kinder-und Jugendgruppen, den Junior Rangern, weckt die Naturwacht Interesse für Natur-und Umweltschutz bei der jungen Generation. Auch am Ganztagsschulangebot des Landes beteiligt sie sich. Mehr als 280 Freiwillige unterstützen Brandenburgs Ranger bei ihren Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturschutzfonds.de

Gebiet

  • Naturpark Uckermärkische Seen

Meldung vom 15.08.2019